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Und heiß ist es noch dazu!

Ab 30 Grad sinkt die körperliche und mentale Leistungsfähigkeit um bis zu 50 Prozent. Bei Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen oder Behinderungen erhöht sich dieser Wert noch. Auch armutsbetroffene Menschen leiden stärker unter Hitze.

mehrere Eiswürfel und eine Orangenscheibe vor schwarzem Hintergrund.
© Myriams-Fotos / Pixabay

Die aktuellen Temperaturen machen vielen Menschen zu schaffen. Denn Hitze ist für unseren Körper Schwerstarbeit: Sie schlägt sich auf das Herz-Kreislaufsystem und fördert Schwindel sowie Kopfschmerzen. Kommt zu dieser an sich schon großen körperlichen Belastung eine chronische Erkrankung oder eine Behinderung dazu, so kann sich das Unwohlsein bis hin zum Leiden potenzieren. Doch nicht nur diese Menschen stöhnen unter hohen Temperaturen. Auch armutsgefährdete Personen werden durch Hitze besonders belastet, denn beengter Wohnraum und fehlende Naherholungsgebiete vermindern die Lebensqualität im Sommer erheblich.

Auf engstem Raum

Nahaufnahme eines eingeschalteten silbernen Ventilators
© Juan Emilio López Gallardo / Pixabay

Sozioökonomisch benachteiligte Menschen leben oft in kleinen und eher auch in unzureichend isolierten, weil billigeren Wohnungen. Das verschlechtert im Sommer die Lebensqualität, wenn in den Innenräumen das Thermometer stetig nach oben steigt. Zudem liegen ihre Wohnungen öfter in dicht bebauten Gebieten, weswegen die Außentemperatur höher ist als bei Häusern, die an einen Wald, Park oder auch nur Garten angrenzen. Lüften bringt dann nicht den gewünschten abkühlenden Effekt. Nahe an stark befahrenen Straßen gelegen, kann die Lärmbelastung ein nächtliches Lüften überhaupt fast verunmöglichen. Und so wirken sich lang andauernde Hitzeperioden und fehlender erholsamer Schlaf negativ auf die Krankheitsanfälligkeit armutsgefährdeter Menschen aus.

Nahaufnahme eines eingeschalteten silbernen Ventilators

Chronisch kränker durch hohe Temperaturen

Hitze wirkt sich aber auch auf chronisch kranke Menschen negativ aus. Sie kann unterschiedliche Erkrankungen verschlechtern und zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. So passt sich etwa der Stoffwechsel von Menschen mit Diabetes schlechter an Hitze an. Auch belastet diese die Atemwege von Menschen mit Krankheiten wie Asthma oder COPD und erhöht bei ihnen die Gefahr von Atemnot. Wärme verschlimmert Symptome von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Gefahr von Schüben bei chronischen Darmkrankheiten steigt. Bei Nieren- und Stoffwechselerkrankungen ist der bei hohen Temperaturen so wichtige Elektrolyt- und Wasserhaushalt noch weiter gestört. Adipositas wirkt sich negativ auf die Wärmeregulation des Körpers aus. Die Symptome von Menschen mit Multipler Sklerose können sich gravierend verschlimmern und auch Migräne tritt dann häufiger auf. Zudem kann Hitze psychische Erkrankungen verschlechtern, eventuell sogar verursachen.

All das kann noch dadurch verstärkt werden, dass manche Medikamente das Herz-Kreislauf-System belasten oder die Hitzeregulationsmechanismen des Körpers beeinflussen und schwächen. Manche Medikamente wiederum wirken ab einer bestimmten Temperatur anders oder man muss mit neuen Nebenwirkungen rechnen.

Wenn eine Behinderung die Vulnerabilität erhöht

Menschen mit Behinderungen sind eine sehr heterogene Gruppe mit entsprechend unterschiedlichen Bedarfen. So sind manche Menschen mit einer körperlichen Behinderung auf fremde Unterstützung angewiesen, um sich vor Hitze zu schützen, da sie nicht selbst den Schatten aufsuchen können oder Unterstützung beim Trinken benötigen. Jedenfalls braucht es einen barrierefreien Zugang zu Räumen, die Abkühlung verschaffen, sowie zu Trinkbrunnen.

Ein Mann mit weißer Kappe und hellblauem Hemd ist von hinten zu sehen. Er sitzt in einem E-Rollstuhl. Im Hintergrund ist ein See zu erkennen.

Da die Haut bei hohen Temperaturen stärker gereizt wird, erhöht sich die Gefahr von Druckstellen und Infektionen. Rollstühle, Korsetts und Prothesen müssen daher unter Umständen angepasst werden. Bei Menschen mit einer Querschnittslähmung kann die Wärmeregulation wegen der Nervenschädigung beeinträchtigt sein. Auch produziert der Körper an gelähmten Körperstellen weniger oder gar keinen kühlenden Schweiß. Das macht querschnittsgelähmte Menschen wiederum anfälliger für hitzebedingtes Unwohlsein. Bei Menschen mit Lernschwierigkeiten kann es hingegen der Fall sein, dass sie sich der Gefahren durch Sonne und Hitze nicht bewusst sind und sich daher selbstständig nicht entsprechend schützen können.

Ein Mann mit weißer Kappe und hellblauem Hemd ist von hinten zu sehen. Er sitzt in einem E-Rollstuhl. Im Hintergrund ist ein See zu erkennen.
© Palle Knudsen / Unsplash

Uns von LICHT INS DUNKEL ist es ein Anliegen, auf die zusätzliche Belastung aufmerksam zu machen, die Hitze für Menschen mit Behinderungen mit sich bringt. Denn das ist vielen nicht bewusst. Wir halten es daher für umso wichtiger, gerade in der heißesten Zeit des Jahres noch einmal besser aufeinander zu achten und die Bedürfnisse anderer zu berücksichtigen.