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Ein inklusives Team und ein Ball

Fußball kann so viel mehr sein, als nur Bewegung. Als Teamsport stärkt er das Miteinander und gibt Mut, sich selbst und anderen zu vertrauen. Als inklusiver Fußball betrieben verbindet er auf und neben dem Spielfeld und baut so Brücken.

Ein jugendlicher Bursch steht im Fußballtor und fängt gerade einen Ball.
© Karo Pernegger

Inklusive Teams überwinden Barrieren

Gruppenfoto eines Fußballteams des FC Spielerpass.
© Spielerpass

Einige Bundesliga-Vereine betreiben sogenannte Special Needs-Teams für Menschen mit kognitiven oder körperlichen Beeinträchtigungen. Hier trainieren Menschen mit Behinderungen unter sich und treten gegeneinander an. Anders sieht es beim FC SPIELERPASS aus, bei dem Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam trainieren und den wir über den Jubiläumsfonds über drei Jahre hinweg förderten. FC SPIELERPASS war nicht nur der erste inklusive Fußballverein in Österreich, der in einer Liga spielt, sondern bei seiner Gründung überhaupt erst der zweite in Europa. Fußballspielende mit Behinderungen bekommen dort erstmals die Möglichkeit, sich außerhalb des Behindertensports zu messen, Selbstvertrauen zu tanken und Akzeptanz auf Augenhöhe zu erfahren.

Gruppenfoto eines Fußballteams des FC Spielerpass.

Schon im ersten Jahr wurden mehr als 50 Spielende aus 16 Nationen beim Österreichischen Fußball-Bund angemeldet. Waren anfangs rund 30 Prozent der Spielenden in den Meisterschaftsspielen Menschen mit Behinderungen, so konnte dieser Schnitt in der Saison 2024/25 bereits auf über 50 Prozent gehoben werden. Mittlerweile gibt es im Team auch gehörlose Spielende, die von zwei Trainer*innen mit Kenntnissen in Österreichischer Gebärdensprache betreut werden. Beim Verein ist auch ein Trainer mit Behinderung aktiv.

FC SPIELERPASS sieht sich als Ausbildungsverein, um Menschen mit Behinderungen den Eintritt in den Amateurfußball zu ermöglichen. Damit setzt der Verein ein Zeichen für Chancengleichheit und Inklusion im Fußball. Neben den Champions gibt es eine Kleinfeldmannschaft und ein Ü40-Team. Die Champions spielen in der DSG-Liga (unterste Wiener Liga) gegen Mannschaften mit Spielenden ohne Behinderungen. Sie tragen so den Gedanken der Inklusion weiter.

Eine weiterführende Förderung erfährt SPIELERPASS über den Innovationsfonds für das Projekt „Inklusiver Fußball mit Sicherheit“, bei dem erstmals eine Ombudsstelle von und für Menschen mit Behinderungen im heimischen Fußball geboten wird. Sie unterstützt Vereine bei der Erstellung, Übersetzung und Durchführung von nachhaltigen Sicherheits- und Präventionskonzepten in einfacher Sprache und bei der Konfliktlösung zwischen Spieler*innen mit Behinderungen, Vereinen und Trainer*innen.

Inklusion beginnt bei den Kindern

Drei Kinder und ein Erwachsener im Projekt „Freu(n)de am Ball“ vom Verein TOR.CHANCE stehen in einer Reihe und halten sich an der Hand.

Auch das Projekt „Freu(n)de am Ball“ vom Verein TOR.CHANCE des österreichischen Nationalspielers Michael Gregoritsch hat sich der Inklusion durch Fußball verschrieben. In zwei dreitägigen Sommercamps in Graz erleben je 25 Kinder mit Behinderungen begleitet von elf Trainer*innen und Betreuer*innen Freude an Bewegung und Gemeinschaft. Selbstvertrauen und soziale Kompetenzen werden gefördert. Zudem organisiert der Verein ein ganztägiges Inklusionsfest mit einem Fußballturnier, an dem rund 120 Kinder teilnehmen, zehn bis 15 davon mit Behinderungen. In gemischten Teams stehen Spaß und Begegnung auf Augenhöhe im Mittelpunkt. So wirkt das Projekt weit über Fußball hinaus: Es schafft ein gemeinschaftliches Erlebnis und überwindet dadurch Barrieren. Wir unterstützen „Freu(n)de am Ball“ über die Projektförderung seit mehreren Jahren.

Drei Kinder und ein Erwachsener im Projekt „Freu(n)de am Ball“ vom Verein TOR.CHANCE stehen in einer Reihe und halten sich an der Hand.
© TOR.CHANCE

Fußball unterstützt die Persönlichkeitsentwicklung

Armutsgefährdete Kinder und Jugendliche sind in der Entwicklung psychosozialer Kompetenzen, die sie im weiteren Leben benötigen, deutlich benachteiligt. Denn wegen fehlender Ressourcen ist es ihren Familien nicht möglich, kostenpflichtige Freizeitaktivitäten wie Sport im Verein zu finanzieren. Doch Sport vermittelt Fähigkeiten wie Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz und Lernbereitschaft, die wiederum das Leben erleichtern.

Zwei jugendliche Mädchen im Projekt "Kicken ohne Grenzen" umarmen einander. Sie tragen Fußballdressen.
© Karo Pernegger

Dort, wo sozioökonomisch benachteiligte Kinder und Jugendliche von der Teilhabe am sozialen Leben ausgeschlossen sind, setzt „Kicken ohne Grenzen. Zukunftskompetenzen durch Sport“ von Breaking Grounds – Sozialer Wandel durch Sport an. Der Verein organisiert partizipativ gestaltete Fußballtrainings in ganz Österreich, in denen auch aktiv psychosoziale Kompetenzen, sogenannte Life Goals, vermittelt werden. Von September 2023 bis September 2025 wurden bereits 482 offene Trainings an acht Standorten durchgeführt. Der Großteil der Teilnehmenden hat Migrations- oder Fluchthintergrund, etwa ein Drittel ist weiblich.

Zwei jugendliche Mädchen im Projekt "Kicken ohne Grenzen" umarmen einander. Sie tragen Fußballdressen.

Jugendliche haben bei Kicken ohne Grenzen auch die Möglichkeit, die Youth Leader Academy zu durchlaufen, und dann selbst praktische Erfahrung zu sammeln, etwa bei der Unterstützung und Durchführung von Trainingseinheiten, der Organisation von Turnieren und Freundschaftsspielen oder dem Einsatz als Schiedsrichter*in. Youth Leader fungieren als Vorbilder für Gleichaltrige. Wir unterstützen Breaking Grounds über den Innovationsfonds über drei Jahre hinweg.

Fußballerische Freiheiten im Käfig

Seit 2010 bietet die Caritas Wien mit dem Fußballangebot „Käfig League“ Kindern und Jugendlichen zwischen acht und 16 Jahren einen kostenfreien, barrierearmen Zugang zu regelmäßigem Sport. Diese erfahren durch das gemeinsame Fußballspielen Anerkennung, Zusammenhalt und mehr Selbstvertrauen. Bei den regelmäßigen Trainings und Turnieren im Fußballkäfig in öffentlichen Parks werden die jungen Spieler*innen von erfahrenen Trainer*innen begleitet. So auch bei den Inklusionstrainings, die in enger Abstimmung mit der Nachmittagsbetreuung der Caritas Schule am Himmel stattfinden.

Die Trainer*innen sind engagierte Freiwillige, die gleichzeitig als Mentor*innen für die Kinder und Jugendlichen fungieren. Im Rahmen der Projektförderung unterstützen wir „‚Coach the Coach‘ – Qualifizierungsoffensive Käfig League 2026“. Die Projektziele: Finden der Freiwilligen, begleitendes Onboarding durch Hospitationstrainings sowie kontinuierliche fachliche Supervision. So können die Trainer*innen einen geschützten Raum schaffen, in dem Teilhabe, Fair Play und gegenseitiger Respekt gelebt werden.

Trainingsziel: Special Olympics Sommerspiele

Das inklusive Fußball-Team der Lebenshilfe Fürstenfeld hat ein großes Ziel: Es möchte an den Nationalen Special Olympics Sommerspielen 2026 in Wien teilnehmen. Die Motivation dazu kam beim ersten inklusiven Fußballturnier „Fußball für alle“ im Rahmen des Festes der Begegnung im Mai 2025. Nach diesem bereichernden Erlebnis entstand der Wunsch, die bestehende inklusive Fußballmannschaft zu erweitern und gezielt vorzubereiten. Neben der sportlichen Qualifikation stehen dabei vor allem die Förderung von Teamgeist, sozialer Teilhabe und inklusivem Miteinander im Mittelpunkt. Wir übernehmen einen Teil der Personalkosten, damit dieses Projekt realisiert werden kann.

Fußball verbindet nach der Schule

Bei „Inklusiver Ballzauber“ des Wiener Jugendrotkreuzes steht das gemeinschaftliche Spielerlebnis im Vordergrund, wenn sich Kinder mit und ohne körperlichen oder kognitiven Behinderungen nach der Schule zum gemeinsamen Fußball treffen. Da der Ballzauber für die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen zwischen sechs und 17 Jahren kostenfrei ist, profitieren auch solche aus sozioökonomisch benachteiligten Familien von diesem Angebot. Somit steht das Projekt nicht nur für Inklusion, sondern auch für soziale Integration. Wir unterstützen es im Rahmen der Projektförderung.