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Durch Bewegung zu Muskelkraft

Kinder lernen durch oftmalige Wiederholung. Das gilt für alle Bereiche des Lebens, auch für das Gehen. Doch was, wenn eine körperliche Einschränkung Wiederholungen erschwert? Hier können Ergotherapie oder auch die Galileo Vibrationsplatte helfen.

Füße, die auf einem Baumstamm balancieren.
© wal_172619 / pixabay
Zwei Kleinkinder stehen jeweils auf einer Plexiglasplatte. Eine erwachsene Person hält die Hand so zwischen die Füße, dass diese im Abstand einer Handbreite zu stehen kommen.
© Robin Koertshuis / pixabay.com

Durch das Wiederholen von Bewegungsabläufen wachsen Muskeln und bilden sich Nervenverknüpfungen. So ist es auch beim Gehen und Laufen. Sprichwörtlich mit jedem Schritt werden die Bewegungen runder, komplexer und sicherer. Doch Kinder mit neuromuskulären Defiziten können diese Bewegungen selbstständig nicht oft genug ausführen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Das gilt etwa für Kinder mit Zerepralparese (frühkindliche Hirnschädigung, die Muskelsteife, Lähmungen und Entwicklungsverzögerungen verursacht), Spina Bifida („offener Rücken“), Spinaler oder Dychenne Muskeldystrophie (fortschreitende Muskelerkrankungen), Osteogenesis Imperfecta (Glasknochenkrankheit), Juveniler Osteoporose (Knochenschwund), Down Syndrom oder allgemeinen neuromuskulären Erkrankungen sowie Muskelschwäche.

Zwei Kleinkinder stehen jeweils auf einer Plexiglasplatte. Eine erwachsene Person hält die Hand so zwischen die Füße, dass diese im Abstand einer Handbreite zu stehen kommen.

Diese Kinder benötigen Therapien, um beim Gehen Sicherheit zu erlangen. Die Ausgaben dafür können viele Familien alleine nicht stemmen, denn durch die Behinderung des Kindes sind sie bereits auf mehreren Ebenen mit höheren medizinisch-therapeutischen Kosten konfrontiert. Und so suchen alljährlich Familien bei uns an, etwa um Zuzahlung zur Ergotherapie. Dabei wird das Gehen individuell geübt und mit ihm Gleichgewicht, Kraft und Reaktion, um Stürze zu vermeiden.

Regelmäßiges Training kann Hilfsmittel erfordern

Ein Kleinkind mit Schienen an den Unterschenkeln steht auf einer Galileo Vibrationsplatte und wird dabei von einer erwachsenen Person gehalten.

Es gibt aber auch Kinder, für die ein tägliches Training zu Hause angesagt ist, zum Beispiel mit Hilfe einer Galileo Vibrationsplatte. Dieses Therapiegerät simuliert durch rasche Wipp-Bewegungen den natürlichen Bewegungsablauf beim Gehen. Dadurch kommt es zu rhythmischen, reflexgesteuerten Muskelkontraktionen. Diese Reflexe sind wesentlich besser koordiniert als willentlich gesteuerte Bewegungen und sind subjektiv mit weniger Anstrengung verbunden. Und so kommen die Kinder zu den Bewegungswiederholungen, die es braucht, um ihr Gangbild zu verbessern. Das regelmäßige Training zu Hause reduziert unter anderem Spastiken, baut Muskeln auf, führt zu einer besseren Körperhaltung und Rumpfkontrolle und verbessert Koordination und Balance.

Ein Kleinkind mit Schienen an den Unterschenkeln steht auf einer Galileo Vibrationsplatte und wird dabei von einer erwachsenen Person gehalten.
© Novotec Medical©

Das Problem dabei: Eine Galileo Vibrationsplatte kostet ab 4.000 Euro; mit Lieferung, Schulung und Zusatzausstattung können die Gesamtkosten jedoch beispielsweise für ein medizinisches Gerät bis zu 7.000 Euro betragen. In Wien fördert zwar der Fonds Soziales Wien, in den Bundesländern sieht es jedoch gänzlich anders aus. Und so erreichten uns im eben abgelaufenen Geschäftsjahr 12 Anträge, die wir mit insgesamt 32.661 Euro unterstützten. Was uns auch erreicht: Dankesschreiben von Familien, die berichten, dass ihr Kind selbstständiger und sicherer gehen kann.